Kammerchor Zürcher Unterland ..... Presseberichte |
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<< zurück zur Presse - Übersicht Pressestimmen zum Konzert im Juni 2007Schaffhauser Nachrichten — 26. Juni 2007Konzert h-Moll-Messe in der Klosterkirche RheinauZeugnis einer beeindruckenden MusikalitätEs gibt eigentlich nur noch eines, was schöner ist, als ein Konzert mit Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe zu erleben, nämlich selber oben auf dem Podest zu stehen und gespannt darauf zu warten, dass der Einsatz zum Prolog des ersten «Kyrie» gegeben wird. Aber auch als blosser Zuhörer konnte man sich am Sonntag in der Klosterkirche Rheinau von der musikalischen Zauberwelt dieses Ausnahmewerks des Ausnahmegenies JSB gefangen nehmen lassen. Der Kammerchor Zürcher Unterland, nicht zum ersten Male hier, hatte sich unter seinem Dirigenten Beat Raaflaub, begleitet vom Barockorchester Capriccio Basel eingefunden, um nicht nur einen wahren Gottesdienst zu feiern, sondern auch Zeugnis einer beeindruckenden Musikalität wie auch einer gründlichen und liebevoll gestalteten Probenarbeit abzulegen. Einerseits ist es ein wohltuendes Zeichen in heutiger Zeit, dass die früher in abstrakte Höhen entrückte h-Moll-Messe häufiger aufgeführt wird, andrerseits sind die wirklich guten Aufführungen wegen der enormen technischen Schwierigkeiten und der folgerichtig hohen Kosten für Solisten und Orchester eben selten und darum umso mehr zu würdigen. Der letzte Sonntag bot eine solche Gelegenheit, und das uneingeschränkt. Die Versuchung ist gross, aufzuzählen, wie denn die Einsätze im «Cum sancto», dem Paradestück für den Tenor, etc. waren - nebenbei: Es war alles, wie es sein sollte -, nein, lassen wir das, denn der Kenner weiss, wo die sanglichen Fallstricke liegen und den beiläufigen Konzertbesucher interessiert das nicht. Es geht vielmehr darum, zu erzählen, wie hier ein musikalisches Fest gefeiert wurde, das so häufig nicht geboten wird, mit einem Chor, der souverän und in der Technik überzeugend davon erzählen konnte, was nebenbei zwischen den Notenzeilen steht, mit einem kristallklaren Sopran, der aus der Höhe heraus sich leicht und die Seele kitzelnd entfaltet, mit einem Tenor, der sich auch gegen die problematische Akustik in Rheinau durchzusetzen wusste, mit einem Dirigenten, der oft spartanisch nur den Takt schlug, dann wiederum, besonders in den Arien, um jedes Detail zu ringen wusste, und mit Solisten, die sorgsam ausgesucht, das ihre ganz entscheidend zum Gelingen beitrugen, Dorothea Frey, Sopran, Leila Pfister, Mezzosopran (und Alt), Gerd Türk, Tenor, und Martin Hempel, Bass. Vielleicht doch noch ein paar konkret zu erwähnende Highlights, nämlich das «Quoniam», jene wunderbar verrückte Arie mit lauter Bassinstrumenten, Horn, zwei Fagotti, Bass solo plus Continuo, so überzeugend gesungen, dass die Logik des melodischen Geschehens in all der diffizilen Harmonik nie verloren ging, das ergreifend von Leila Pfister gestaltete «Agnus Dei» und das in Form einer Passacaglia ausgeführte «Crucifixus» mit allen seinen an die Intonation hohe Ansprüche stellenden harmonischen Vexierspielen, und, und ... Manfred Zürcher |