Kammerchor Zürcher Unterland  .....   Presseberichte

Pressestimmen zum Konzert im November 2005

Neues Bülacher Tagblatt — 14. November 2005

Jubiläumskonzert zum 40-jährigen Bestehen des Kammerchors Zürcher Unterland

Die Freiheit der Juden gegen die Hellenen besungen

Bülach/Zürich – Der Kammerchor Zürcher Unterland führte zusammen mit dem Orchester Capriccio und fünf Gesangssolisten das Oratorium «Judas Maccabäus» von Georg Friedrich Händel auf.

Konzertfoto
«Hail, hail Judea, happy land»: der Kammerchor Zürcher Unterland aus vollen Lungen. (Bild: jcg)

Genau vier Jahrzehnte ist es her, dass der Kammerchor Zürcher Unterland vom Winterthurer Jean-Pierre Druey und einigen Gesangsinteressierten aus Bülach und Eglisau gegründet wurde. Heute gehört der Chor mit über 80 Sängerinnen und Sängern zu den grössten des Kantons. Seit über 25 Jahren wird er von Beat Raaflaub geleitet. Und weil beim allerersten Konzert des Chors, am 8. Mai 1966 in der reformierten Kirche Eglisau, Georg Friedrich Händels Oratorium «Judas Maccabäus» aufgeführt worden war, nahm man sich für die Jubiläumskonzerte des vergangenen Wochenendes wieder genau dasselbe Werk vor. Es wurde am Samstag in der Bülacher Stadthalle, am Sonntag in der Predigerkirche in Zürich vorgetragen.

Faszinierend wie der «Messias»

Der 1746 komponierte «Judas Maccabäus» ist etwas weniger bekannt als der vier Jahre früher entstandene «Messias» (der Kammerchor Zürcher Unterland präsentierte ihn 2003), aber nicht minder faszinierend. Während beim «Messias» die ewige Sehnsucht nach Erlösung im Mittelpunkt steht, ist es in «Judas» das Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit. Judas Makkabäus ist nämlich nicht etwa mit dem Jesus-Verräter Judas Iskariot aus dem Neuen Testament zu verwechseln. Vielmehr entnahm Händel den Stoff für dieses Oratorium den apokryphen (unsicheren) alttestamentarischen Büchern 1. und 2. Makkabäer. Darin wird geschildert, wie sich die Juden unter Judas Makkabäus gegen hellenistische Fremdherrschaft auflehnen.

Das Werk ist in drei Teile gegliedert, mit wechselnden Chor-, Solo- und Instrumentalpassagen. Im ersten Teil wird der Tod von Makkabäus' Vater beklagt und jener anschliessend zum neuen Heerführer ausgerufen. Im zweiten Teil feiert das Volk den Sieg über den gefallenen Feind. Doch Judas ermaht es, allein auf Gottes Hilfe zu vertrauen. Im letzten Abschnitt schliesslich wird im Tempel zu Jerusalem wieder ein Altar eingeweiht.

Originaltreu umgesetzt

Bei der Umsetzung dieses höchst anspruchsvollen Werks wurde in jeder Hinsicht Wert auf originaltreues Vorgehen gelegt. So wurde das Oratorium nicht nur auf englisch gesungen. Das begleitende Orchester Capriccio Basel agierte auch auf historischen Instrumenten, die in den Pausen stets neu gestimmt werden mussten. Unterstützt wurde der Chor übrigens nicht nur vom Capriccio-Orchester, sondern auch von fünf Solistinnen und Solisten, die mit ihrer tadellosen Leistung auch jedem Opernhaus zur Ehre gereicht hätten: Kornelia Eng (Sopran), Florian Mayr (Altus), Tino Brütsch (Tenor, Judas), Felix Rienth (Tenor) sowie Martin Hempel (Bass).

Wie aus einem Guss, sehr präzise, dynamisch und spielfreudig setzte sich auch «Capriccio» in Szene. Doch an klanglicher Gewalt wurde alles vom mächtigen Chor übertroffen, der vom höchsten Sopran bis zum tiefsten Bass tadellos arrangiert und gleichzeitig sehr einfühlsam von Beat Raaflaub geführt wurde.


Das nächste Konzert des Kammerchors Zürcher Unterland findet am 1. und 2. April 2006 in der Zürcher Predigerkirche statt. Intoniert werden «Stabat Mater», «Mirjams Siegesgesang» sowie die Messe in G-Dur von Franz Schubert.

Jean-Claude Goldschmid

Zürcher Unterländer — 15. November 2005

Bülach: Barocke Klänge in der Stadthalle

Händel – wie vor 40 Jahren

Zu seinem 40-jährigen Bestehen hatte der Kammerchor Zürcher Unterland zum Jubiläumskonzert eingeladen. Mit ihm spielten und sangen vier Solisten und das Orchester Capriccio aus Basel.

Konzertfoto
Sopranistin Kornelia Eng und Tenor Felix Rienth bereicherten mit ihrem Gesang die Aufführung des Kammerchors. (ab)

Bei seinem ersten Auftritt im Jahr 1966 führte der Kammerchor Zürcher Unterland Georg Friedrich Händels Oratorium «Judas Maccabäus» auf. Dasselbe Werk wurde nun auch am Samstagabend zum 40-jährigen Bestehen des aus 80 Sängerinnen und Sängern bestehenden Chors vorgetragen. Diesmal unter der Leitung des Dirigenten Beat Raaflaub, mit dem der Kammerchor bereits seit mehr 25 Jahren zusammenarbeitet.

Neu war jedoch, dass sich der Chor und der Dirigent dazu entschieden hatten,die Aufführung in englischer Sprache darzubieten. Diese Wahl erlaubte eine grössere Nähe zum Original und brachte zudem Händels kosmopolitisches Wesen besser zum Ausdruck.

Von Basler Orchester begleitet

Beim Auftritt in der Bülacher Stadthalle wurde der Kammerchor von dem Basler Orchester Capriccio begleitet. Beiden Einheiten gelang es, die Klänge der Instrumente mit dem Gesang harmonisch zu vereinen. Aufgewertet wurde diese Darbietung durch die Sopranistin Kornelia Eng, die Tenöre Florian Mayr, Tino Brütsch und Felix Rienth und Bariton Martin Hempel.

Der Kammerchor Zürcher Unterland veranstaltet jährlich zwei oder drei Konzerte in der Stadt Zürich, im Kanton Zürich und in verschiedenen Regionen der Schweiz und im Ausland.

Agnes Bühler