Kammerchor Zürcher Unterland  .....   Presseberichte

Pressestimmen zum Konzert im November 2007

Tages-Anzeiger — 27. November 2007

Romantische Klänge in beeindruckender Kulisse

Der Kammerchor Zürcher Unterland überzeugte am Sonntagabend mit einem romantischen Konzert in der katholischen Kirche Bülach.

Bülach.  – Das Konzertprogramm mit romantischen Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Morten Johannes Lauridsen und Charles Gounod enthielt keinen eigentlichen Klassiker, und so durfte man als Zuhörer gespannt sein, was einen erwarten würde.
Unter der Leitung von Beat Raaflaub erklangen zu Beginn Mendelssohns drei geistliche Lieder, in denen es der Komponist versteht, die Dramatik auf vielfältige Weise zu steigern, sei es durch Crescendi und Decrescendi, den Wechsel zwischen ein- und mehrstimmig klingenden Teilen oder durch Modulation und Auflösung von Dissonanzen. Besonders schön kam dies beim Psalm «Hör mein Bitten» zum Tragen, wo der siebzigköpfige Chor die solistischen Passagen der Mezzosopranistin Regina Jakobi übernahm.

Anspruchsvolles A-cappella-Stück

Bei Morten Lauridsens 1994 entstandenem achtstimmigem Chorsatz «O Magnum Mysterium» wurde klar, mit welcher Sicherheit der Chor auch ein anspruchsvolles A-cappella-Stück meistert. Die einzelnen Stimmen liefen zum Teil chromatisch ineinander: Es entstand ein geheimnisvoller Klangteppich, bei dem sich die hellen Alt- und Sopranstimmen über die säuselnden Bass- und Tenorstimmen melodiös erhoben. Die Nuancenvielfalt des Chors, der es versteht, vom leisesten Pianissimo bis zum Kirchen erfüllenden Fortissimo Musik zu gestalten, ist auffällig.

Nach der wuchtigen Toccata für Orgel aus der «Suite Gothique» op. 25, gespielt von Alex Hug, sang der Kammerchor zum Schluss die Choral-Messe von Charles Gounod, ein Spätwerk des französischen Komponisten, das 1888 entstand. Wer ein typisch romantisches Werk erwartete, war erstaunt, teilweise sogar gregorianische Klänge, mitunter im Credo, herauszuhören. Gounod schafft es, Elemente der klassischen Moderne und Romantik geschickt mit der alten Kirchenmusik zu verweben, und so ergab sich gewissermassen ein zeitloses Werk.

Zum Konzert des Kammerchors war die katholische Kirche Bülach am Sonntagabend voll besetzt. Und mit seinem differenzierten Gesang, seiner hohen Präzision und Intonation gelang es dem Ensemble mit Leichtigkeit, das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

Breites Repertoire

Der vor 42 Jahren gegründete Kammerchor Zürcher Unterland studiert Chorwerke aller Epochen, sowohl mit Instrumental- oder Orchesterbegleitung als auch a cappella ein. Dabei beschränkt er sich nicht bloss auf kirchliche Werke. Zu seinem Repertoire zählen auch Lieder, Madrigale und weltliche Gesänge. Beigezogen werden nur erstklassige Solisten und Orchester.

Am 17. Mai 2008 ist der Kammerchor Zürcher Unterland mit «Le Roi David» des Schweizer Komponisten Arthur Honegger im Breitisaal in Winkel zu hören.

Thomas Baer