<< zurück zur Presse - Übersicht
Pressestimmen zum Konzert im November 2002
Neues Bülacher Tagblatt — 7. November 2002
Eindrucksvolle Aufführung der «Psalmen Davids» zum Abschluss
Allerheiligen-Konzert des Kammerchors Zürcher Unterland in der Dreifaltigkeitskirche Büach
Für die beiden Konzerte in Bülach und Zürich hatte Dirigent Beat Raaflaub von den im Jahr 1619 veröffentlichten sechsundzwanzig Kompositionen der «Psalmen Davids» insgesamt deren zwölf ausgewählt. Davon waren interessanterweise einige — so auch die Psalmen 98 und 100 — zur Hundert-Jahr-Feier der Reformation geschrieben worden.
Vollbesetzte Dreifaltigkeitskirche
Wohl auch im Sinne einer Ökumenischen Allerheiligen-Feier war die Publikumsbeteiligung anderer religiöser Gemeinschaften überaus gross. Entsprechend hochkarätig war das Aufgebot von 49 Sängerinnen und 26 Sängern des Kammerchors Zürcher Unterland plus das 14-köpfige renommierte Begleitorchester «Ensemble ad fontes» mit Musikern aus Basel und dem benachbarten zweisprachigen Elsass.
Zu einer gewissen Irritation des breiten Publikums schien zu Beginn der abendlichen Aufführung die Tatsache zu führen, dass Dirigent Beat Raaflaub im mittleren Kirchengang erhöht positioniert war, während ein Teil des imposanten gemischten Chors mit dem «Ensemble ad fontes» im Kirchenschiff Aufstellung genommen hatte, ein anders stimmlich zusammengesetzter Chorteil jedoch von der Empore herab in das gesanglich-musikalische Geschehen eingriff.
Der Aufführungsmodus, dass sich jeweils ein Teil des Kammerchors plus einzelne Gesangssolisten nach den einzelnen Psalmen von der Empore in den vorderen Kirchenteil — und umgekehrt — verschoben, brachte unerwartete «Lebendigkeit» in die Aufführung. Bei aller Subtilität angesichts dieser speziellen Konzert- und Dirigier-Praxis, schienen denn auch das allgemeine Ambiente, die angestrebte feierliche Stimmung dadurch doch etwas beeinträchtigt.
Herausragende Gesangs-Solisten
Mit der Verpflichtung der auch international reputierten Gesangs-Solisten — Nuria Rial (Sopran), Jürgen Banholzer (Altus), Thomas Gremmelspacher (Tenor) sowie Thomas Moser (Bariton) — waren sowohl die einzelnen Soloparts, wie aber auch im Duo oder Quartett zum Vortrag gelangenden ausgewählten «Psalmen» höchst exzellent besetzt.
Neben dem alles überstrahlenden Sopran der in Barcelona geborenen Nuria Rial beeindruckte vor allem der auch zweisprachig disponierte Baritonsänger. 1967 in Liestal blind geboren, studierte Thomas Moser nach der Blindenschule in Basel zunächst Theologie, bevor er sich ganz für Schul- und Kirchenmusik entschied. Unterstützt von einem Begleiter mit dem nötigen Notenständer und einem in Blindenschrift gehaltenen Notenblatt konnte er so den genauen Konzertablauf ständig verfolgen, um zum richtigen Moment seine ausdrucksvolle Stimme solistisch zum Einsatz zu bringen.
Neben dem anspruchsvollen Wechsel der vierstimmigen Chöre (Sopran und Alt bei den Frauen, Tenöre und Bässe bei den Männern), kamen einzelne «Psalmen» auch rein «a cappella» zur Aufführung. Bei anderen Wechselgesängen wirkten auch die vier professionellen Gesangssolisten innerhalb des voluminösen Gesamtchores mit.
Ein spezielles Lob hat auch das exzellent begleitende «Ensemble ad fontes» verdient, wo neben den präzisen Einsätzen der Streicherinnen und Bläser vor allem dem soliden «basso continuo» eine wichtige Begleit- wie Führungsfunktion zukam.
Angesichts des restlos begeisterten Publikums mündete der Minuten lange Schlussapplaus sogar in eine stehende Ovation aus.
