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<< zurück zur Presse - Übersicht Pressevorschau zur Musicaloper Circomondo 2001Neues Bülacher Tagblatt — Zürcher Unterländer — Der Landbote Neues Bülacher Tagblatt — 28. April 2001
Kammerchor Zürcher Unterland inszeniert Musicaloper «Circomondo»Verschmelzung von Musik, Gesang,Theatralik, Träumen und einer LiebesgeschichteNach der zehn Jahre zurückliegenden szenischen Aufführung der «Carmina Burana» von Carl Orff, welche zu einem grossen, unvergesslichen Erlebnis und Erfolg wurde, wagt sich der Kammerchor Zürcher Unterland erneut an ein grosses Werk. Eigens für den engagierten Kammerchor wurde ein Musical geschrieben und unter Mithilfe von hochkarätigen Fachleuten in die Realität umgesetzt. Die Uraufführung mit rund 60 Chormitgliedern, einem extra dafür engagierten Orchester, dem Kammerensemble Camerata Variabile Basel und herausragenden Solisten geht am Freitag, 15. Juni, in der Stadthalle Bülach über die Bühne und wird danach noch fünf weitere Male in Zürich und Muttenz zur Aufführung gelangen. Als Texter schlug Dirigent Dr. Beat Raaflaub Paul Steinmann vor, einen renommierten Autor in Theater- und Radiokreisen. Claus-Dieter Zimmer, ein bekannter Basler Musiker, war für die Komposition zuständig. Hohes Engagement und volle Begeisterung spricht aus dem erfahrenen Regieteam Karin Wirth und Jan Weissenfels. Wie anlässlich der Pressekonferenz zu erfahren war, haben sich 60 der 80 Mitglieder des Kammerchors Zürcher Unterland für die Teilnahme an diesem Grossprojekt entschieden, etwa die Hälfte davon war schon mit grosser Begeisterung vor zehn Jahren bei «Carmina Burana» dabei. Zeitgemässes Singspiel berührt die HerzenClaus-Dieter Zimmer hatte die schwierige Aufgabe, ein Musical für Chor, Solisten und ein kleines Orchester zu schreiben, mit dem Wunsch, dem Kammerchor Zürcher Unterland als Auftraggeber eine führende Aufgabe und Rolle in diesem Stück zuzuweisen. Kein Musical im herkömmlichen Sinn ist dabei herausgekommen, sondern eher ein zeitgemässes Singspiel. Der Komponist versuchte erfolgreich, eine Verbindung zwischen klassischer- und Unterhaltungsmusik herzustellen, was ihm dank hervorragendem Libretto von Paul Steinmann auch sehr gut gelang. Im Musical «Circomondo» wird die vielschichtige und farbige Welt des Zirkus, mit all seinen facettenreichen Erlebnissen und Gefühlen dargestellt. Liebe, Leben und hartes Management treffen aufeinander, reiben sich aneinander auf, wägen ab, hoffen, sehnen, fühlen, denken und handeln. Als Solisten ziehen die zauberhafte Ballerina, die Sopranistin Valeria Enz-Dudas, der tragisch-komisch-berührende Clown Felix Rienth (Tenor) und der alles beherrschende, imposante Zirkusdirektor Richard Ackermann (Bass) alle Aufmerksamkeit auf sich. Dennoch verstehen es die drei hervorragenden Berufssänger ausgezeichnet, den Kammerchor auf subtile Weise, in ganz selbstverständlicher, respektvoller Art mit dessen unermüdlichem und bewundernswertem Einsatz ins Bühnengeschehen einzubeziehen, sodass eine schöne Einheit, ein harmonisches Ganzes entsteht. Proben auf HochdruckIm Herbst vergangenen Jahres hat der Kammerchor mit dem Literatur-Studium begonnen, seit Januar dieses Jahres übt er szenisch einmal wöchentlich. Eine Woche lang haben die Teilnehmer täglich mehrere Stunden intensiv daran gearbeitet, drei bis vier Wochenenden kommen noch dazu, bis am 15. Juni der Vorhang zur grossen echten «Schweizer Produktion», zur Premiere fällt. Dank namhaften Sponsorenbeiträgen von Stiftungen, Gemeinden, Firmen und Privatpersonen konnte das Gross-Projekt auch finanziell abgesichert werden. Den Zuschauern steht unbestritten ein grosser Kunstgenuss bevor! bb Zürcher Unterländer — 2. Mai 2001
«Ein grosser Wurf von Musik und Text her»BÜLACH/ZÜRICH/MUTTENZ — Kammerchor Zürcher Unterland bringt das Singspiel «Circomondo» als WelturaufführungMitte Juni gibt es in der Stadthalle Bülach eine Weltpremiere: der Kammerchor Zürcher Unterland führt das Singspiel «Circomondo» auf. Das Auftragswerk enthält eine reizende Liebesgeschichte und eine Fülle schöner Melodien.«Vor rund 10 Jahren haben wir ‹Carmina Burana› von Carl Orff aufgeführt. Der Chor fand, es sei wieder einmal an der Zeit, etwas Szenisches zu machen.» Konrad Erni, Präsident des Kammerchors Zürcher Unterland, erläuterte an einem Probenabend in Höri die Hintergründe, warum der Chor in diesem Jahr mit einem modernen Singspiel an die Öffentlichkeit tritt, das erstens ein Auftragswerk ist und zweitens Bülach zu einer Weltpremiere verhilft. Vergebliche SucheBereits vor drei Jahren, an der Generalversammlung 1998, erhielt der Vorstand von den Mitgliedern grünes Licht, sich mit dem Thema «Szenische Aufführung für einen Chor» zu befassen. Wie Kammerchor-Dirigent Beat Raaflaub ausführte, war die Suche im Musicalbereich vergebens. «In Musicals spielen Chöre meist eine Nebenrolle. Wir wollten aber etwas, in dem der Chor eine Hauptrolle hat.» Es wurde entschieden, ein Werk in Auftrag zu geben. Das ist leichter entschieden als realisiert, aber mit der Idee ging es vorwärts. Raaflaub schlug als Texter Paul Steinmann vor, der in der Theaterwelt und am Radio als Autor einen Namen hat. Nach dessen Zusage gelang es, als Komponisten Claus-Dieter Zimmer zu gewinnen. «Vieles bei einem solchen Projekt ist Glückssache», sagt Raaflaub heute dazu. Die Geschichte des LebensPaul Steinmanns Geschichte ist das Leben selbst. In «Circomondo» wird all das dargestellt, gespielt und gezeigt, was das Leben lebenswert, aber auch traurig und schwierig macht. Den Rahmen für diese Lebensdarstellung liefert ein Zirkus. Hier treffen sich zwei Menschen, die Ballerina und der Clown. Die beiden sind offensichtlich füreinander geschaffen; da sie aber grosse Talente sind, kann der Zirkus sie nur als Einzelpersonen brauchen, nicht als Team. Die Geschichte entwickelt sich: Es wird ein Zirkus gegründet, ein Direktor geholt, die beiden Artisten werden engagiert. Alles läuft wie geschmiert, bis die Ballerina und der Clown sich verlieben. Das muss unbedingt verhindert werden. Aufschlussreich ist die Rolle, die der Chor hat. Er stellt «die Masse» dar, die etwas erleben und unterhalten sein will. Diese «Masse» hat aber Probleme mit Entscheidungen, und so ist sie froh, dass andere — der Direktor, ein Manager mit Handy — die Last der Führung des Zirkus übernehmen. Dafür unterwirft sich der Chor sogar und verwandelt sich zu Tieren. Ganz am Ende stellt sich die Mehrheit dann aber doch auf die Seite der beiden Liebenden. «Spannendes Libretto»Für diese Geschichte haben Textautor und Komponist eine «sehr persönliche Sprache» entwickelt, wie es Claus-Dieter Zimmer formuliert. Er habe versucht, eine Verbindung zwischen klassischer Musik und Unterhaltungsmusik herzustellen: «Das ging in diesem Fall dank dem hervorragenden Libretto von Paul Steinmann leicht von der Hand.» Dirigent Raaflaub schliesst sich dieser Beurteilung an. «Das Werk ist ein grosser Wurf von der Musik und vom Text her», stellt er fest. «Circomondo» habe ein «spannendes Libretto», findet auch Regisseur Jan Weissenfels. Ihm gefällt die Entwicklung: «Zuerst ist der Chor die Hauptfigur, er hat Sehnsucht nach etwas.» Es werde mit dem Zirkus zwar etwas Gemeinsames erschaffen, aber dann kämen die Schwierigkeiten, es entstehe ein Chaos. Der Chor werde passiv, er rege sich erst wieder, «als die Liebe hereinbricht». Wo steht der Kammerchor Zürcher Unterland einen Monat vor der Premiere von «Circomondo»? Regisseurin Karin Wirth ist überzeugt: «Mit dem Elan und der Begeisterung wird das eine grossartige Sache.» Die Aufführungen von «Circomondo»Premiere: Freitag, 15. Juni, 20 Uhr, Stadthalle Bülach. Weitere Vorstellungen: Samstag, 16. Juni, 20 Uhr, Stadthalle Bülach. Donnerstag, 21. Juni, 20 Uhr, Aula Rämibühl, Zürich. Samstag, 23. Juni, 20 Uhr, Aula Rämibühl, Zürich. Sonntag, 24. Juni, 17 Uhr, Mittenza, Muttenz. Friedel K. Husemann Der Landbote — 2. Mai 2001HÖRI: DER KAMMERCHOR ZÜRCHER UNTERLAND KREIERT EINE EIGENE MUSICALOPERDie Zirkusmanege als Bühne des LebensEine ganze Woche hat der Unterländer Kammerchor in der Glatthalle in Höri an seiner neuen Musicaloper gefeilt. Im Juni wird die hauseigene Produktion fünfmal aufgeführt: Eine aus dem Leben gegriffene Zirkusgeschichte mit exotischem Orchester, dem eigenen Chor und sechs Solisten.
Am frühen Abend fallen die Sonnenstrahlen schräg und nur noch zaghaft durch die Scheiben in der Glatthalle. Auf der schiefen, riesigen Holzscheibe im Saal steht der schwarz gekleidete Zirkusdirektor in seiner ganzen Grösse und singt kräftig wie in der Oper. Dann antwortet der um die Manege postierte, ebenfalls schwarze Chor: «Wir wollen einen Zirkus mit allem Drum und Dran!» Der Chor scheint seinen Direktor zunächst zu verehren, doch irgendwie wirkt das Zusammenspiel gleich verdächtig. Das ist nicht mehr ganz jedermanns Geschmack, wie der Hüne nun die menschlichen Tiere — Tiger, Pinguine — drannimmt und beim kleinsten Problem auch gleich die Peitsche schwingt: «So nicht!», um Sekunden später wieder die Würfelzucker hervorzuholen. HausgemachtVor gut zehn Jahren hatte sich der Kammerchor Zürcher Unterland bereits einmal an eine szenische Aufführung gewagt. Die «Carmina Burana» von Carl Orff waren anlässlich einer regelrechten Schweiztournee in Bülach, Zürich, Yverdon und Biel zu einem grossen Erfolg geworden und hinterliess bei allen Beteiligten unvergessliche Eindrücke. 1998 wurde die Idee wieder aufgenommen. Ein geeignetes Stück zu finden sollte aber nicht so einfach werden. Die meisten Musicals bauten auf Solisten und weniger auf Chöre. Der Schluss lag bald nahe, ein eigenes Musical entstehen zu lassen. Auf Vorschlag des seit 1979 amtierenden Dirigenten Beat Raaflaub konnte als Texter der in Winterthur lebende Paul Steinmann gewonnen werden, welcher sich in der Theaterwelt wie auch am Radio einen Namen geschaffen hat. Der in Australien lebende Claus-Dieter Zimmer ersann die Musik für dieses «zeitgemässe Singspiel», einen Mix zwischen Klassik und Musical. Auffallend ist die exotische Orchesterbesetzung: Klavier, sieben Schlagzeuge, Elektrobass und Streichquartett. Für die Regiearbeiten gelang es, gleich zwei ausgewiesene Fachkräfte zu engagieren. Beiden gefiel die Idee des Projekts so gut, dass sie sich erstmals für eine Doppelregie entschieden. So sagt die Regisseurin Karin Wirth: «Da war so viel Elan und Power, so eine gute Stimmung, dass ich mir das auch nicht entgehen lassen wollte.» Zusammen mit Jan Weissenfels stieg sie ein. Die Solisten — der Direktor, die Ballerina und der Clown, sowie «die Drei», eine immer geschlossen auftretende Art Verwaltungsrat des Direktors — waren schliesslich bei Singproben ausgelesen worden. Alles dreht sich um Leben, Liebe und Management. Wenn der Verstand allzu stark dominiert, muss die Liebe wieder neue Wege finden, sich zu behaupten. Der Zirkus ist eine ideale Projektionsleinwand, um dieser Lebensdarstellung einen Rahmen zu geben. Alle wollen Spass und Unterhaltung, deshalb muss ein Zirkus her. Er wird gegründet, scheitert aber zunächst an zu vielen Ideen und zu wenig Organisation. Da tauchen Leute auf, die das Unternehmen retten sollen. Eine starke Führung, ein Direktor nimmt die Zügel in die Hand. Dieser ist zuständig, dass alles in geordneten Bahnen läuft. Er bewältigt mit links alle auftretenden Probleme, engagiert Artisten, eine Seiltänzerin und einen Clown. Allerdings hat niemand voraussehen können, dass ausgerechnet diese beiden sich verlieben und damit der Direktion einen Strich durch die Rechnung machen. Diese hatte nämlich nur gut funktionierende Angestellte bestellt. Gekommen sind Menschen, die Gefühle zeigen. Ein Wunder bringt die Wende. Der Clown kann die Ballerina auffangen, als sie beim Salto mortale das Seil verfehlt. Diese Rettung bedeutet einerseits die Befreiung, anderseits auch das Ende des Unternehmens Zirkus. Die Vorstellung, die Unterhaltung war gut, aber sie ist unwiderruflich zu Ende. Fünf AufführungenVon den damals an der Aufführung der «Carmina Burana» Beteiligten seien noch etwa die Hälfte dabei, weiss Koni Erni, Präsident des Kammerchors: «Rund zwanzig Mitglieder mussten absagen, weil ihnen die Proben zu intensiv gewesen wären. Zur Arbeitswoche in Höri kommen nämlich noch drei ganze Wochenenden und alle Donnerstagsproben hinzu.» Als die Proben begannen, waren noch mal nicht alle Chorstücke zur Verfügung gewesen. Die Kostüme wurden von zwölf Frauen des Chors unter Anleitung selber genäht. In der Glatthalle herrscht eine Atmosphäre wie im Opernhaus. In der zweiten Szenenprobe gesteht der Clown der Ballerina seine Liebe, vor einem hochgehaltenen Leintuch. Der Chor, sonst Hauptdarstelller, hat für einmal Pause, spielt aber — gewollt oder ungewollt — aufmerksames Publikum. Noch bleiben ihnen gut sechs Wochen. Uraufführung Musicaloper Circomondo: Freitag, 15. Juni, 20 Uhr, Stadthalle Bülach; Samstag, 16. Juni, 20 Uhr, Stadthalle Bülach; Donnerstag, 21. Juni, 20 Uhr, Aula Rämibühl, Zürich; Samstag, 23. Juni, 20 Uhr, Aula Rämibühl, Zürich; Sonntag, 24. Juni, 17 Uhr, Mittenza Muttenz. Koni Ulrich |